LdE in Berlin

Quelle: Landesinstituts für Lehrerbildung und Schulentwicklung Hamburg / Website LI-Hamburg


Auf dieser Seite lernst Du die Lehr- und Lernform "Lernen durch Engagement" kennen, erfährst etwas über die Qualitätsstandards zum Gelingen von LdE
und bekommst einen Einblick in die Praxis!


1. Eine Einführung zu Lernen durch Engagement - Service-Learning

Was ist Lernen durch Engagement?

Service-Learning – Lernen durch Engagement (LdE) ist eine Lehr- und Lernform, die gesellschaftliches Engagement von Schüler*innen mit fachlichem Lernen verbindet.

Kinder und Jugendliche setzen gemeinnützige Projekte mit Engagementpartnern in Stadtteil oder Gemeinde um und werden aktiv für soziale, ökologische, politische oder kulturelle Themen, die sie bewegen. Sie tun etwas für andere Menschen und für die Gesellschaft und sammeln bei ihrem Engagement demokratische Erfahrungen (Service).

Sie engagieren sich aber nicht losgelöst von oder zusätzlich zur Schule, sondern als Teil von Unterricht und eng verbunden mit fachlichem Lernen. Das Engagement wird im Unterricht gemeinsam geplant, die Erfahrungen der Schüler*innen werden reflektiert und mit Inhalten der Bildungspläne verknüpft (Learning).

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Quelle: Education-Y / Youtube-Video in voller Länge

Ziele von Lernen durch Engagement

Die Kombination aus Lernen und Engagement spiegelt zwei Kernziele von LdE wider:

Stärkung von Demokratie und Zivilgesellschaft

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Gilda Langkau von der Freien Universität Berlin erklärt, dass Schüler*innen an bürgerschaftliches Engagement herangeführt werden müssen. So können sie Demokratie- und Sozialkompetenzen erwerben, ihre Persönlichkeit weiterentwickeln und sammeln positive Momente der Partizipation.

Veränderung von Unterricht und Lernkultur

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Im Sinne einer demokratischen Lernkultur planen und gestalten die Schüler*innen ihre Projekte selbst, reflektieren über den Verlauf ihres Engagements, besprechen Probleme und erarbeiten Lösungsvorschläge. Dabei wenden sie ihr Wissen und ihre Kompetenzen direkt in der Praxis an. Sie verstehen fachliche Inhalte tiefer und erkennen Sinn und Relevanz in schulischem Lernen.

Holtmann - 2. Lernen Im 21. Jh Und Lde_web.mp4

Matthias Holtmann, Schulleiter einer großen ISS in Berlin Reinickendorf unterstützt LdE als neue Lehr- und Lernform, in der Schülerinnen und Schüler durch den realen Bezug zu echten Problemen mit echten Menschen in der nahen Umgebung lernen.

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Im Video erklärt Dr. Markus Gloe, Professor für Politikdidaktik an der LMU in München, welchen Wert LdE für Schüler*innen, Lehrer*innen und die Schulkultur hat.

Was kann LdE für Schülerinnen und Schüler bewirken?

Im Sinne einer demokratischen Lernkultur planen und gestalten die Schüler*innen Projekte selbstständig. Sie reflektieren über den Verlauf ihres Engagements, besprechen Probleme und erarbeiten Lösungsvorschläge. Service-Learning kann die Lernmotivation von Kindern und Jugendlichen erhöhen und zu einem tieferen Verständnis von Lerninhalten beitragen.

Schüler*innen zeigen ein höheres demokratisches und soziales Verantwortungsbewusstsein. Durch die Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Problemen und mit Werten der Schülerinnen und Schüler kann das Interesse an gesellschaftlichen Problemen geweckt werden.

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Wirkung auf persönliche Kompetenz

Schüler*innen und Schüler der Max-Beckmann-Oberschule teilen ihre Erfahrungen vom Kurs LdE Politik in der Oberstufe.
Sie konnten ihre Meinungen und Ideen im Kurs einbringen, mitbestimmten und mitgestalten. Sie haben an Selbstbewusstsein gewonnen und wertvolle Erfahrungen in der Gruppenarbeit gesammelt.

Wirkung auf schulisches Lernen

Bei LdE lernen Schüler*innen sich Inhalte selbst zu erarbeiten und für eigenständig identifizierte Probleme kreative Lösungen zu überlegen. Sie stärken ihre Problemlösungsfähigkeiten und verstehen durch die direkte Auseinandersetzung die fachlichen Inhalte viel eher.

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Wirkung auf demokratische Einstellung

Dr. Martin Brendebach (SenBJF) spricht sich dafür aus, dass Lerninhalte einen engeren Bezug zum Leben "da draußen" haben sollten. Bei LdE engagieren sich Schüler*innen für reale Probleme im Kiez und setzen sich so mit Themen wie Armut, Gerechtigkeit, Umwelt und Nachhaltigkeit auseinander. Gleichzeitig erfahren sie, dass sie eine Veränderung bewirken können und sammeln wichtige Selbstwirksamkeitserfahrungen.

Was kann LdE für Schule und Kiez bewirken?

Matthias Holtmann ist Schulleiter der Max-Beckmann-Oberschule in Berlin Reinickendorf. Seit 2017 wird an der MBO Lernen durch Engagement im 8. Jahrgang ganzjährig durchgeführt. Auch in der Oberstufe können die Schülerinnen und Schüler den Wahlpflichtkurs LdE Politik wählen. In den folgenden Videos berichtet der Schulleiter, auf welchen verschiedenen Ebenen Lernen durch Engagement bereits zu Veränderungen geführt hat:

Holtmann - 10. Partizipation At Schule-Schulentwicklung_web.mp4

Im Detail erläutert der Schulleiter, welchen Einfluss eine partizipative Lehrmethode wie LdE auf alle Beteiligten haben kann. Selbstorganisation und Zuverlässigkeit sind wichtige Kompetenzen, die Schülerinnen und Schüler während LdE erlernen.

Holtmann - 3. Einfluss Lde At Mbo-Netzwerk_web.mp4

In diesem Video teilt der Schulleiter Erfahrungen von LdE an seiner Schule und welche Wirkung LdE in Kooperation nach außen im Kiez hat.

2. LdE - Qualitätsstandards

Lernen durch Engagement wirkt – auf Schüler*innen, Lehrer*innen, Schule und Gesellschaft. Diese Wirkung stellt sich aber nicht automatisch ein. Voraussetzung ist eine hohe Qualität der pädagogischen Umsetzung. So wurden insgesamt sechs Qualitätsstandards für Lernen durch Engagement an Schulen definiert. Sie wurden auf Basis von wissenschaftlichen und pädagogischen Erkenntnissen zu Service-Learning und Demokratiebildung entwickelt und spiegeln auch die langjährigen praktischen Erfahrungen von Lernen durch Engagement in Deutschland wider.

3. Realer Bedarf - 3A_web.mp4

1. Realer Bedarf

Das Engagement der Schüler*innen reagiert auf einen realen Bedarf. Sie übernehmen bei ihrem Engagement Aufgaben, die von allen Beteiligten als sinn- und bedeutungsvoll wahrgenommen werden.

Den realen Bedarf in einer Recherchephase gemeinsam mit den Schüler*innen herauszufinden und genau zu ergründen, ist daher wichtiger Bestandteil jedes LdE-Projekts.

5. Curriculare Anbindung - 5A_web.mp4

2. Curriculare Anbindung

Service-Learning ist Teil des Unterrichts und das Engagement wird mit Unterrichtsinhalten verknüpft. Bereits die Definition von LdE macht klar: Es findet sowohl eine strukturelle als auch inhaltliche Einbettung von Lernen durch Engagement in die Schule statt. Das kann in der Praxis ganz unterschiedlich aussehen, weshalb sich zu Beginn jedes LdE-Vorhabens gleich mehrere Fragen zur curricularen Anbindung stellen:

Wie soll LdE zeitlich und organisatorisch in den Schulablauf eingebunden werden? Als mehrwöchiges Projekt in einem Fach? Als fächerübergreifendes Vorhaben? In Kooperation mit Kolleginnen und Kollegen?

4. Reflexion - 4G_web.mp4
8.Reflexionsphasen bei LdE.mp4

3. Reflexion

Es findet eine regelmäßige und bewusst geplante Reflexion der Erfahrungen der Schüler*innen statt. Erst durch das Nachdenken über das, was sie beim Engagement erwartet, was sie dort erleben und was all das mit ihrem eigenen Lernen und dem größeren gesellschaftlichen Kontext zu tun hat, erwächst für die Schüler*innen ein emotionaler, sozialer und kognitiver Kompetenzgewinn aus den praktischen Erfahrungen.

Sie zu einer solchen aktiven Verarbeitung ihrer Erfahrungen anzuregen und bei diesem Prozess zu begleiten, ist eine zentrale pädagogische Aufgabe bei LdE. Reflexion als wichtiges Bindeglied zwischen Engagement und Lernen sollte daher vor Beginn des Engagements, währenddessen und danach stattfinden und unterschiedliche Themen berücksichtigen.

Im zweiten Video erklärt eine Lehrkraft aus der Praxis die sinnvollsten Phasen für Reflexion und welche Rolle sie dabei spielt.

4. Schüler*innenpartizipation

Die Schüler*innen sind aktiv an der Planung, Vorbereitung und Ausgestaltung des LdE-Projektes beteiligt. Kinder und Jugendliche sollen bei Lernen durch Engagement echte Teilhabe erfahren und das in allen Phasen des Projekts – von der Planung und Durchführung bis zum Abschluss. Sie sollen aktiv mitbestimmen, Entscheidungen treffen, ihre Ideen einbringen und umsetzen.

In qualitätvollen LdE-Vorhaben wird den Kindern und Jugendlichen echte Verantwortung übertragen und das nicht nur im Engagement, sondern auch im Unterricht und für ihren eigenen Lernprozess. Das bringt für die Lehrer*innen bei Lernen durch Engagement ein Nachdenken über die eigene Rolle und Haltung mit sich. Sie sind bei LdE pädagogische Lernbegleiter*innen, die die Schüler*innen als Hauptakteure ihres Handelns und Lernens anerkennen und unterstützen.

Holtmann - 9. Partizipation In Lde_web_NEU.mp4

5. Engagement außerhalb der Schule

Das praktische Engagement der Schüler*innen findet außerhalb der Schule und in Zusammenarbeit mit Engagementpartnern statt. Bei Lernen durch Engagement geht es immer auch um die Öffnung von Schule nach außen, um das Entdecken anderer Lernorte und Lebensweisen und neuer Perspektiven. Im Kontakt mit Kita, Pflegeheim, Bezirksamt, Jugendlichen mit Suchterkrankungen, Umweltschutzverein, Menschen mit Fluchterfahrung und vielen anderen setzen sich die Schüler*innen mit authentischen Situationen und Bedürfnissen auseinander, sie reden, planen und kooperieren mit Menschen unterschiedlicher Lebens- und Erfahrungshintergründe.

Holtmann - 5. Probleme Im Kiez_web.mp4

6. Anerkennung und Abschluss

Das Engagement und die Leistungen der Schüler*innen werden durch Feedback im gesamten Prozess und bei einem anerkennenden Abschluss gewürdigt.

Jungen Menschen etwas zuzutrauen, ihre Ideen und ihr Engagement wertzuschätzen und regelmäßiges Feedback zu ermöglichen - dies ist Teil einer umfassenden Anerkennungskultur, die qualitätsvolles Lernen durch Engagement auszeichnet. Sie umschließt ebenso die Beiträge aller anderen Beteiligten, ob Lehrer*innen oder Engagementpartner und mündet am Ende eines LdE-Projekts in eine gemeinsame Auswertung und einen feierlichen Abschluss.

Dabei gibt es Gelegenheit für gegenseitigen Dank und Würdigung des Engagements. Häufig gestalten die Schülerinnen und Schüler die Abschlussveranstaltung selbständig. Sie planen, laden ein und präsentieren Erlebnisse, Geschichten, Bilder und Lernerfolge aus ihrem Projekt.

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3. Lernen durch Engagement an meiner Schule

Was braucht es, um LdE an (m)einer Schule zu etablieren?

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Siegfried Arnz, ehemals leitender Oberschulrat und Abteilungsleiter bei der Bildungsverwaltung Berlin, wirkte aktiv an der Schulstrukturreform mit. Im Video betont er ein partizipatives Selbstverständnis von Schule und Schulleitung als hilfreiche Voraussetzung, um LdE an einer Schule zu etablieren.






"Erfolgreiches Lernen ist eng verbunden mit Engagement!" Am Beispiel einer Schüler*innen-Firma erläutert Siegfried Arnz, was er mit dieser These meint.

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Wie kann LdE als Lehr- und Lernform eingeführt werden?

Lernen durch Engagement ist als Lernform für alle Schularten und für jedes Alter geeignet. Deutschlandweit gibt es LdE-Projekte von der ersten Klasse bis zur Berufsschule. LdE ist flexibel an die Ausgangssituation der Schule, die Interessen der Kinder und die Bedarfe in Stadtteil oder Gemeinde anpassbar – und kann zu den unterschiedlichsten Themen und Bildungsplaninhalten umgesetzt werden.

Vielfalt ist gewünscht und gleichzeitig eine der großen Stärken von Lernen durch Engagement. Allen LdE-Projekten gemeinsam ist jedoch die Orientierung an den sechs Qualitätsstandards für Lernen durch Engagement. Sie sind der Schlüssel, um die Ziele, die mit LdE verbunden sind, auch wirklich zu erreichen.

Strukturelle Verankerung

Als einen der ersten Planungsschritte bei LdE müssen Sie sich mit Ihren Kolleg*innen und der Schulleitung die Fragen stellen:

  • Wie wird Service-Learning zeitlich und organisatorisch in den Unterricht und den Schulablauf eingebunden?

  • Was und wie viel soll bereits vorbereitet sein, bevor Service-Learning startet und die Schüler*innen an Bord kommen?

Inhaltliche Verankerung

Damit Lernen beim LdE Vorhaben erfolgreich stattfinden kann, sind wesentliche Fragen im Verlauf von LdE immer wieder wichtig:

  • Welche Kompetenzen und welches Wissen müssen wir im Unterricht erwerben, das uns beim Engagement helfen kann?

  • Wie kann Gelerntes angewandt und für das Engagement produktiv genutzt werden?

  • Wie helfen Erfahrungen, die beim Engagement gesammelt wurden, für das Lernen in der Schule?

4. Hintergrund

Wie wollen wir unser gesellschaftliches Zusammenleben im 21. Jahrhundert gestalten? Welche sozialen, ökologischen und politischen Fragen stellen sich in den nächsten Jahrzehnten? Und was bedeutet das für die Bildung junger Menschen von heute? Die Globalisierung, der rasante technologische Fortschritt und politische Veränderungen eröffnen ihnen viele Möglichkeiten, bringen aber auch zahlreiche Herausforderungen mit sich.

Was brauchen Kinder und Jugendliche, um die Chancen im Sinne aller zu gestalten und die Herausforderungen gut zu bewältigen? Welche Kompetenzen müssen sie dafür erwerben? Und wie kann zeitgemäße Bildung sie stärken für ihre und unsere Zukunft?

Kinder und Jugendliche brauchen demokratische Kompetenzen

Der Blick in die Forschung zeigt weitgehend Einigkeit darin, welche Kompetenzen für ein gelingendes Leben im 21. Jahrhundert als wichtig benannt werden. Dazu zählen neben kritischem Denken und Kreativität, Empathie, Kooperations- und Kommunikationsfähigkeit auch die Übernahme von Verantwortung und der Umgang mit bzw. das Aushalten und Überwinden von Spannungen und Unsicherheiten (OECD, 2018). Zunehmend rückt die Demokratiekompetenz als übergeordnetes Konzept bei dieser Frage nach wichtigen Fähigkeiten und Fertigkeiten in den Mittelpunkt (Europarat, 2018c; Kultusministerkonferenz, 2018; OECD, 2018). Kindern und Jugendlichen demokratische Erfahrungen zu ermöglichen und sie dazu zu ermutigen, mit ihrem Handeln zu einem friedlichen Leben in einer offenen und freien Gesellschaft beizutragen, wird damit zu einer immer bedeutsameren Aufgabe aller, die junge Menschen in ihrer Entwicklung begleiten.

Die besondere Verantwortung der Schule

Als demokratischem Erfahrungsraum und als Ort, an dem Kinder Demokratiekompetenzen erwerben, kommt Schule eine zentrale Rolle zu. Nachhaltiges demokratisches Engagement entwickelt sich vor allem dann, wenn Menschen bereits in jungen Jahren die Erfahrung machen, dass ihre Meinung zählt und sie ihr eigenes Umfeld und die Gesellschaft mitgestalten können (Deutsches Kinderhilfswerk, 2017). Wer früh demokratische Selbstwirksamkeit erfährt, wird sich mit höherer Wahrscheinlichkeit auch später an gesellschaftlichen Prozessen beteiligen (Reinders, 2014). Die besondere Verantwortung der Schule ergibt sich daraus, dass sie „die einzige gesellschaftliche Institution ist, in der es gelingen kann, alle Kinder und Jugendlichen zu erreichen.

Schule muss ein Ort sein, an dem demokratische und menschenrechtliche Werte und Normen gelebt, vorgelebt und gelernt werden“ (Kultusministerkonferenz, 2018, S. 3). Gute Bildung und gesellschaftliche Teilhabe ist zudem ein durch die UN-Kinderrechtskonvention verbrieftes Recht aller jungen Menschen. Demokratisches Lernen in der Schule ist deshalb gerade für die Kinder und Jugendlichen wichtig, die Demokratie und Engagement in ihrem sozialen Lebensumfeld kaum erleben und ihre Möglichkeiten gesellschaftlicher Teilhabe oftmals gar nicht kennen (BMFSFJ, 2016).


Quelle: Mauz, A. & Gloe, M. (2019). Demokratiekompetenz bei Service-Learning. Modellentwicklung und Anregungen für die Praxis. Berlin: Stiftung Lernen durch Engagement. https://www.servicelearning.de/fileadmin/Redaktion/Dokumente/Stiftung/Eigene_Publikationen/Stiftung_Lernen_durch_Engagement_2019_Mauz_Gloe_Demokratiekompetenz.pdf

Demokratiekompetenz in der Schule stärken, aber wie?

Wir brauchen eine zeitgemäße Lernkultur, in der Kinder und Jugendliche Wissen über die Demokratie und deren Konzepte aufbauen, ihre demokratischen Einstellungen und Werte stärken sowie eine aktive Beteiligung an demokratischen Prozessen und gesellschaftlichem Miteinander unmittelbar erfahren können. Dies ist keine ferne Vision, sondern zentrale Aufgabe von Schule (Kultusministerkonferenz, 2018). Sie soll eine demokratische Schulkultur leben und Kindern und Jugendlichen echte Beteiligung an den sie betreffenden Entscheidungen und Handlungen ermöglichen. Die Kultusministerkonferenz in Deutschland und auch der Europarat empfehlen in ihren aktuellen Beschlüssen und Veröffentlichungen, dass Lehrer*innen aller Fachbereiche demokratische Bildung in den Blick nehmen sollten (Europarat, 2018c). Sie alle können in ihren Lerngruppen verschiedene demokratiepädagogische Impulse geben (Gloe, 2018) und so den Weg zu einer demokratischen Schulentwicklung mitgestalten (Beutel & Rademacher, 2017). Für Schulen und Lehrer*innen bedeutet das vor allem: Mut zeigen und neue Wege beschreiten.

Mit der Lehr- und Lernform Service-Learning lässt sich eine demokratische Lern- und Schulkultur mit Leben füllen. Lehrer*innen aus allen Fachbereichen und Schulformen können damit die Demokratiebildung mit Kindern und Jugendlichen aller Altersstufen und unabhängig ihrer Vorerfahrungen in den Fokus nehmen. Denn: Service-Learning ist keine schulische Extra-Aktivität für einige engagierte Schüler*innen, sondern Bestandteil von Unterricht und Lernen für alle.






In diesem Video hält Siegfried Arnz ein Plädoyer für mehr Beteiligung von Schülerinnen und Schülern am Lernen. Er nennt Praxisbeispiele, bei denen das Interesse für schulische Inhalte durch praxisbezogene und gleichzeitig partizipative Modelle geweckt werden kann.

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Fragen zu Lernen durch Engagement - Service-Learning in Berlin an:

E-Mail an post@befu.berlin